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Themenschwerpunkt Betriebliches Gesundheitsmanagement

Gesundheitsmanagement for Dummies!

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Themenschwerpunkt Betriebliches Gesundheitsmanagement

Was versteht man eigentlich unter Betrieblichen Gesundheitsmanagement? Und warum ist Gesundheitsmanagement im Moment das Top-Weiterbildungs-Thema in Unternehmen?


Betriebliches Gesundheitsmanagement beschäftigt sich mit der Frage, wie es in Unternehmen gelingen kann, die Mitarbeiter gesund zu erhalten. Nur auf den ersten Blick erscheint es merkwürdig, dass eine Geschäftsleitung sich mit einer Frage beschäftigen soll, die doch nur den einzelnen Mitarbeiter etwas angeht.

Ist Gesundheit nun ein persönliches oder ein öffentliches, ja sogar ein betriebswirtschaftliches Thema?

Seit 1997 ist die Antwort klar: Es ist sogar ein politisches Thema, denn seitdem Ende der Neunziger Jahre eine europäische Rahmenrichtlinie verabschiedet wurde, fließt diese auf unterschiedliche Art und Weise in die Gesetzgebung des Arbeitsschutzgesetzes ein. Im Zuge dessen wurde vor allem die Fürsorgepflicht von Führungskräften auf das physische und das psychische Wohl ausgedehnt.

Seitdem haben Betriebe einen zusätzlichen Auftrag – ihre Mitarbeiter sollen gesund bleiben. Dieses Ziel würden mittlerweile etliche Firmen auch ohne europäische Richtlinie und Arbeitsschutzgesetz umsetzen. Denn in den letzten zehn Jahren entstand eine Vielzahl von Studien, die eindrucksvoll belegen, dass Mitarbeiter, die unzufrieden und halbkrank zur Arbeit kommen, weniger leistungsfähig sind.

Nimmt man dann noch die Herausforderungen des kurz bevorstehenden demografischen Wandels dazu, muss jeder betriebswirtschaftlich denkende Mensch erkennen, dass die Investition in die Gesundheit der Mitarbeiter eigentlich eine Investition in die eigene Wettbewerbsfähigkeit ist. Schließlich steht uns ein Fachkräftemangel bevor, der die Belegschaft immer älter werden lässt. Nun wird es noch wichtiger, die Gesundheit der Mitarbeiter zu erhalten.

Doch was genau macht man, wenn man als Geschäftsführer ein effektives Gesundheitsmanagement in seinem Unternehmen einführen will?

Die Antwort liegt auf der Hand: Im Prinzip geht man genauso vor, wie in jedem anderen Managementbereich
1.    Analyse der Ist-Situation
2.    Zielsetzung festlegen
3.    Maßnahmenkatalog erarbeiten
4.    Durchführen
5.    Qualität sichern und evaluieren

Zuerst wird analysiert: Wie krank, bzw. wie gesund sind die Mitarbeiter momentan, wie hoch ist der Krankenstand, welche besonderen Probleme und Themenbereiche beschäftigen das Unternehmen?

So kann ein Unternehmen einen hohen Krankenstand aufweisen, den es gilt, zu senken. Genauso gut kann der Krankenstand niedrig sein, stattdessen stellt die Unternehmensleitung fest, dass Leistungsträger nie lange im Unternehmen bleiben: möglicherweise ein Hinweis auf eine schlechte Führungskultur, die sich so kränkend auswirkt, dass die „Guten“ lieber gehen und die Leistungsschwachen Dienst nach Vorschrift machen und bleiben.

Insgesamt gesehen verfolgen die meisten Unternehmen im Rahmen von betrieblichem Gesundheitsmanagement folgende Ziele:

• Die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter zu stärken
• Die Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten
• Die Leistungsbereitschaft zu steigern
• Die Fehlzeiten und Fluktuation zu reduzieren
• Die Work-Life-Balance zu verbessern

Je nachdem, welche Ziele festgelegt wurden, wird ein dazu passender Maßnahmenkatalog erarbeitet. Dieser umfasst nun recht unterschiedliche Maßnahmen. Das kann ein Gesundheitstag sein, der die Hemmschwellen der Mitarbeiter, etwas für ihre Gesundheit zu tun, herabsenken soll. Das kann ein firmeneigenes Fitnesscenter sein, in dem bestimmten körperlichen Verschleißerscheinungen frühzeitig entgegengewirkt werden kann. Das kann aber auch ein Führungskräfte-Schulungs-Programm sein, in dem ein gesundheitsfördernder und wertschätzender Führungsstil geschult wird.

Zusätzlich kann es noch andere Maßnahmen geben, die zum Ziel haben, möglichst alle Mitarbeiter und Führungsebenen zum Thema Gesundheit ins Boot zu holen: Ein Open-Space-Workshop hilft, notwendige Kulturveränderungen einzuleiten. Gerade zu Beginn eines betrieblichen Gesundheitsmanagement-Projekts sollen alle motiviert und beteiligt werden.

Ein Projekt zum betrieblichen Gesundheitsmanagement sollte sich, wie alle anderen Managementbereiche auch, an seinen Zielen messen lassen. Ein professionelles Projektmanagement wird darauf achten, dass frühzeitig Erfolgskriterien erarbeitet werden.

Schließlich geht es beim Gesundheitsmanagement um Leistung: um betriebswirtschaftliche Kennzahlen, um Wettbewerbsfähigkeit, um höhere Produktivität. Auch dazu gibt es mittlerweile genügend Studien, die belegen, dass man von einem ROI (Return on Investment) von 1:3 ausgehen kann.