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„Der Unternehmensberater - ein natürlicher Feind ?"

Prozess-Optimierung leicht gemacht

Prozess-Optimierung

„Der Unternehmensberater - ein natürlicher Feind ?"

Interview mit Andrè Bernert von MMP Medical Management Partner zu erfolgreicher Prozess-Optimierung (www.m-mp.de).

Ute Zander hat nachgefragt, wie MMP damit umgeht, wenn bei einer Prozess-Optimierung interne Widerstände entstehen.

UZ:
Herr Bernert, Sie sind Geschäftsführer der MMP Medical Management Partner. Ihr Beratungsunternehmen berät ausschließlich Kunden der Medizin- und Gesundheitsbranche, also Arztpraxen, Medizinische Versorgungszentren und Krankenhäuser. Auf Ihrer Internetseite steht, dass Sie zentrale Geschäftsprozesse der Praxen, MVZ’n oder Krankenhäuser optimieren.
Was ist denn für Sie eine gelungene Prozess-Optimierung?

AB:
Eine Prozess-Optimierung ist dann für mich erfolgreich, wenn sie auch wirklich gelebt wird. Das bedeutet, dass wir den Weg zum Optimierungs-Ziel von Anfang an mit allen Beteiligten gehen. Wenn wir also eine Praxis betreten, sind von Anfang an alle dabei: von der Arzthelferin über die Praktikantin bis zum Arzt und dem Klinikleiter selbst.

UZ:
Ist das nicht manchmal aufwändig, wenn jeder mit einbezogen wird. Ich könnte mir vorstellen, dass das ganz schön viel Zeit kostet.

AB:
Mag sein, dass wir am Anfang die eine oder andere Stunde länger brauchen als andere, aber diese Zeit sparen wir später wieder ein, denn wir wissen ganz genau, dass wir nur erfolgreich sein können, wenn alle an einem Strang ziehen.
Eine gelungene Prozess-Optimierung konzentriert sich ja nicht nur auf die Systeme, die verändert werden sollen, sondern auch auf die Kommunikation der Menschen, die diese Systeme bedienen.

UZ:
Wie sieht das konkret aus?



AB:
Wir machen zwar auch wie andere Consulting-Unternehmen am Anfang eine Analyse, gehen aber sofort mit den Mitarbeitern der Praxis oder des Krankenhauses in einen Dialog über ihr Arbeitsumfeld. Der allererste, mit dem wir reden, ist der Chef. Wir möchten wissen, wie er mit sich selbst kommuniziert und dann, wie er mit seinen Mitarbeitern kommuniziert.

UZ:
Das klingt nach Coaching, nicht nach Analyse…

AB:
Stimmt, man könnte das auch schon Coaching nennen. Im Grunde geht es darum, was wir „Kommunikation zwischen den Ohren“ nennen. Erfolgreiche Veränderung umfasst eben nicht nur das EDV-System oder die Organisation des Praxisalltags, sondern auch die Veränderung hinderlicher Einstellungen und Kommunikationswege.  Früher haben Unternehmensberatungen immer gesagt, der Mensch sei das Instrument, welches am Ende die optimierten Prozesse bedient. Das ist in unseren Augen überholt, Bei einer erfolgreichen Veränderung fängt man natürlich bei den Menschen an, die tagtäglich mit den Prozessen arbeiten.


UZ:
Ist so ein Ansatz wirklich erfolgreich?

AB:
Unbedingt, wir merken es nicht nur an der großen Nachfrage für unser Beratungsangebot, sondern auch daran, das wir viel mehr mit Umsetzungsarbeiten beschäftigt sind, als mir Vorbereitung und Analyse. Der Schlüssel zum Glück liegt wohl darin, die Kommunikationsebene nicht nur zu pflegen, sondern auch peu à peu aufzuarbeiten.
Das unterscheidet uns auch von anderen: wir gehen nicht, wenn die Arbeit anfängt, sondern wir bleiben dabei, gewissermaßen als Trainer.

UZ:
Gibt es typische Widerstände, die Ihnen bei Ihrer Arbeit begegnen?

AB:
Na klar, beim ersten Zusammentreffen ist natürlich erst einmal Skepsis da. Der Unternehmensberater ist ja der natürliche Feind des Arztes…nein, Spaß beiseite. Bei jedem Beratungsprozess gibt es Widerstände, das ist ja normal, Veränderungen sind schließlich immer auch ein bisschen bedrohlich. Aber wenn der Kunde und sein gesamtes Team verstanden haben, dass wir nicht gegen sie, sondern mit ihnen und für sie arbeiten, löst sich das relativ schnell wieder auf.

UZ:
Herr Bernert, ich danke Ihnen für das Gespräch