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Buch-Empfehlung: Hans-Peter Unger/Carola Kleinschmidt: „Bevor der Job krank macht“

Ein Anti-Stress-Ratgeber der hält, was er verspricht!

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Buchrezension: Hans-Peter Unger/Carola Kleinschmidt: „Bevor der Job krank macht“

Wer gestresst ist, möchte am besten so schnell und effektiv wieder entspannen.  Da bietet sich ein Anti-Stress-Ratgeber an – aber welcher in der Fülle von Ratgeber-Büchern ist richtig gut?

Ute Zander empfiehlt „Bevor der Job krank macht“. Lesen Sie hier die Buch-Kritik.

Betriebsunfall der Moderne – so nennt Dr. med. Hans-Peter Unger die Depression und insbesondere die Burn-out-Depression. Mit dieser Hypothese reagiert er auf immer beunruhigendere Zahlen der jährlichen Krankenkassen-Berichte und eine Vielzahl anderer Statistiken, die eine deutliche Sprache sprechen: Die deutsche Wirtschaft hat ein ausgewachsenes Burn-out-Problem.


Als leitender Chefarzt der Abteilung für Psychotherapie und Psychiatrie der Asklepios Klinik in Hamburg-Harburg und als Vorstandsmitglied im Deutschen Bündnis gegen Depression weiß er, wovon er spricht. Gemeinsam mit der Journalistin Carola Kleinschmidt hat er ein Buch für Betroffene und Gefährdete geschrieben, das aus folgenden Gründen besonders empfehlenswert ist:
•    Leicht verständlich und dennoch fachlich präzise auf den Punkt erklären die Autoren, wie ein Burn-out-Syndrom entsteht.
•    Mit einer guten Mischung aus Beispielen, Interviews und wertvollen Tipps erhält man als Leser einen guten Eindruck, wie und was man gegen Burn-out tun kann.
•    Unger und Kleinschmidt betrachten das Phänomen Stress und Burn-out nicht nur aus medizinischer und therapeutischer Sicht. Sie beziehen eindeutig Stellung, indem sie skizzieren, wie Unternehmen durch betriebliches Gesundheitsmanagement Abhilfe schaffen können.

Vor allem die Erschöpfungsspirale - das Kernstück des Buches - zeigt eindrücklich, in wie vielen Phasen und Schleifen ein anfänglicher Erschöpfungszustand zum Burn-out-Problem werden kann. Es beginnt mit Schlafstörungen und Reizbarkeit, äußert sich dann in exzessiver Mehrarbeit, steigert sich in Konzentrations- und Gedächtnisproblemen. Am Ende steht nicht nur der soziale Rückzug, sondern meist massive physische und psychische Probleme, angefangen von der Panikattacke bis hin zur Depression, die dann nur noch durch einen Klinikaufenthalt geheilt werden kann.

Doch das Buch übt sich nicht in Schwarzmalerei. Einige Seiten später bekommt man genau erklärt, welche Therapien nützlich sind und kann sich beruhigen, wenn man liest, wie wertvoll Betroffene im Nachhinein die schmerzliche Erfahrung „Burn-out“ einstufen: meist als eindeutigen Gewinn für ihr Leben, der ihnen geholfen hat, zu erkennen, was wirklich wichtig ist.

Hans-Peter Unger, Carola Kleinschmidt „Bevor der Job krank macht“ ist als Taschenbuch im Kösel Verlag erschienen.